Zwei Seiten

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Hast du schon einmal zu einem halbblinden Pferd Kontakt gehabt, geschweige denn, mit ihm kommuniziert?
Etwas ganz Besonderes ist die Arbeit mit Pferden mit solch einem Handicap.

Viele Menschen die zu uns kommen, nehmen Merlin erst von seiner „normalen“ Seite wahr. Ein hübscher großer Fuchswallach, mit einer braunschimmernden Mähne und einer tollen Ausstrahlung.
Wenn er sich dann dreht, sieht man seine andere Seite. Eigentlich genau das Gleiche, nur fehlt auf dieser Seite ein Auge.
Die meisten erschrecken sich total, fragen was dem armen Kerl passiert ist, finden es manchmal sogar eklig. Er wird also sofort auf sein Aussehen beschränkt. Viele nehmen dann schon etwas Abstand zu ihm, finden das er gefährlich wirkt.

Warum??

Er hat schließlich gelernt damit zu leben und kommt damit klar. Wir sind es, die dem Ganzen diese Bedeutung geben. Er denkt da nicht weiter drüber nach. Er lebt schließlich im Hier und Jetzt.

Die Arbeit mit ihm am Boden, ist wie mit jedem anderen Pferd auch. Es ist wichtig, das wir in diesen Moment ganz bei uns selbst sind. Die Körpersprache, die eigene Ausstrahlung und die Energie spielen eine sehr große Rolle.

Wie wäre es, wenn wir ihm einfach mal offen und ohne sofortige Vorurteile begegnen?
Er kann uns wahnsinnig viel beibringen, wenn wir ihm auch im Hier und Jetzt begegnen und es zulassen.

Ich bin unglaublich dankbar für diese Erfahrung.

Habt einen schönen Abend,
Susi

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